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Hintergrundmaterial
Letzte Änderung am 3. Juni 2003

Guangdong:
  Ärzte Zeitung, 08.05.2003
Guangdong - eine Brutstätte von Seuchen
  Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung
"Das dreckige Geheimnis der High-Tech-Revolution"
  Welt in Umwälzung
China: Wo die Computer landen
 

Silicon Valley Toxics Coalition
http://www.svtc.org/cleancc/pubs/technotrash.pdf (54 Seiten)
Exporting Harm - the High-Tech Trashing of Asia




Quelle:
Ärzte Zeitung, 08.05.2003
http://www.aerztezeitung.de/docs/2003/05/08/085a1204.asp?cat=/medizin/infe


Guangdong - eine Brutstätte von Seuchen

"Zwischen Abfall und Autobahnen züchten die Menschen Geflügel / Hühner werden auch in Wohnungen gehalten

SARS stammt aus der chinesischen Provinz Guangdong (Kanton). Hier soll das Virus als Mutante von Tieren auf Menschen übergegangen sein. Die ersten Patienten waren denn auch Geflügelverkäufer und Köche, so der "New Scientist". Warum konnte das ausgerechnet in dieser Region passieren?

Das Perlflußdelta in Guangdong, der Nachbar-Provinz von Hongkong, ist nicht nur Chinas größtes Industriegebiet, sondern auch eine Hauptregion der Geflügelzucht. Große Mengen von Hühnern, Enten und Tauben werden hier gezüchtet und an Restaurants verkauft."

Das Entscheidende, so die Ärzte Zeitung weiter, sei das Zusammenleben von Mensch und Tier auf engstem Raum. Viele Menschen würden in den engen Stadtwohnungen Tiere in den Hausfluren oder gar in den Wohnungen selbst halten. Es wird der "Spiegel" zitiert: "Das Perflußdelta in der Provinz Guangdong mit seinen Textil-, Spielzeug- und Chipfabriken ist mittlerweile nicht nur Werkstatt der Welt, sondern auch Brutstätte von Seuchen."

Zudem sei die ganze Gegend extrem verschmutzt und voller Müll und die medizinische Versorgung sei auf dem Land sehr schlecht.


Quelle:
Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung
E+Z - Entwicklung und Zusammenarbeit (Nr. 4, April 2002)
http://www.dse.de/zeitschr/kal402.htm


"Das dreckige Geheimnis der High-Tech-Revolution"

Wirtschaftswachstum, weniger Armut, mehr Demokratie, bessere Bildung und Gesundheit - das und noch mehr Gutes sollen Computer, Handy und Internet den armen Ländern bringen, verspricht die Technologiebranche, die ihre Produkte verkaufen will, und so manche Entwicklungsorganisation, die die Wirtschaft als Partner gewinnen möchte. Doch das Informationszeitalter hält für die Entwicklungsländer auch weniger Verheißungsvolles bereit: Unmengen Elektronikschrott und Giftmüll aus den Industrieländern. Darauf macht der Bericht "Exporting Harm. The High-Tech Trashing of Asia" aufmerksam, den eine Gruppe von NROs, darunter das Basel Action Network (BAN), die Silicon Valley Toxics Coalition (SVTC) und Greenpeace China, Ende Februar vorlegte. Danach exportieren allein die Vereinigten Staaten jedes Jahr geschätzte 10 Millionen ausrangierte Computer nach Süd- und Südostasien, vor allem nach China. "Der Export von E-Müll ist das dreckige kleine Geheimnis der High-Tech-Revolution", heißt es in der Studie.

Bis zu 80 % des in den USA anfallenden Elektronikmülls werde nicht etwa im Lande entsorgt, wie das die meisten Endverbraucher glauben, sondern von den "Recyclingunternehmen" an Broker weiterverkauft, die ihrerseits den Müll an die am besten zahlenden Kunden auf dem internationalen Markt liefern. Am Ende dieser Kette, so die Studie, stehen die Armen in China, Indien und Pakistan, die für anderthalb US-Dollar am Tag per Hand Computer, Bildschirme und Drucker demontieren und dabei sowohl ihre Gesundheit als auch die Umwelt gefährden.

Von einer ländlichen Gemeinde zum Zentrum des E-Mülls

Zum Beispiel in Guiyu, einer Gemeinde in der südchinesischen Provinz Guangdong, wo die Autoren recherchiert haben. Seit Mitte der 90er Jahre habe sich Guiyu zu einem boomenden Zentrum der E-Müll-Verarbeitung entwickelt, so die Studie - zu Kosten freilich, die den meisten Bewohnern nur unzureichend bewusst seien: So entleeren Arbeiter ohne Mundschutz den ganzen Tag lang Tonerkassetten aus Laserdruckern und atmen dabei feinen Carbonstaub ein. Andere, meistens Frauen und Mädchen, tauchen Schaltplatinen in Bäder aus flüssigem Blei, um die Lötmasse, mit der Speicherchips und Prozessoren befestigt sind, abzulösen und aufzufangen, und sind schutzlos den dabei entstehenden giftigen Dämpfen ausgesetzt. Während die Plastikplatinen einfach verbrannt werden, kommen die Chips und Prozessoren in Säurebäder, um das in ihnen verarbeitete Gold zu extrahieren. Auch dabei entstünden giftige Dämpfe, so die Studie, und die unbrauchbaren Säurereste würden einfach in den Fluss gekippt. Die Gewässer und das Grundwasser rund um Guiyu seien mittlerweile so verseucht, dass täglich Trinkwasser aus anderen Städten herangeschafft werden müsse.

Der Industrie werfen die Autoren vor, sich um diesen Missstand nicht zu kümmern - im Gegenteil: Die Computerhersteller profitierten von den Exporten sogar, weil sie angesichts dieser Form der "Entsorgung" nicht gezwungen seien, leichter wiederverwertbare und weniger umweltbelastende Materialien zu verwenden. Nach Angaben der Studie wird ein Computer heute durchschnittlich nur zwei Jahre lang gebraucht und dann auf den Müll geworfen, weil er veraltet ist. In Kalifornien allein würden jeden Tag 6000 Computer weggeworfen.

Die US-Politik, so die Autoren, unterstütze die Praxis, sich dieses Problems durch Ausfuhr zu entledigen. Die Vereinigten Staaten hätten die Ausfuhr von E-Müll ausdrücklich von den - ohnehin laschen - Vorschriften für amerikanische Sondermüll-Exporte ausgenommen, der Elektronikschrott werde in der US-Handelsstatistik sogar in einer Kategorie zusammen mit neuen Geräten geführt. Die USA sind das einzige Industrieland, das die UN-Konvention zur Kontrolle des Handels mit gefährlichem Müll (Basel-Konvention) nicht ratifiziert hat.

In Pakistan und Indien sind die Bedingungen noch schlechter

China, so die Studie, habe die Einfuhr von E-Müll inzwischen verboten - allein, es mangele an der Durchsetzung der Gesetze. Aber selbst wenn es den chinesischen Behörden gelänge, die Einfuhr deutlich zu reduzieren, würde das Problem nicht gelöst, sondern nur verlagert: nach Indien und Pakistan, den "aufstrebenden" Ländern in Sachen E-MüllVerarbeitung. Und dort seien die Arbeitsbedingungen noch schlechter als in China.



      
  aufgenommen: Di., 26.2.2002

Quelle:
Welt in Umwälzung
http://www.umwaelzung.de/aarchiv/aaktuell2980.html

China: Wo die Computer landen

Die "Silicon Valley Toxics Coalition und das Basel Action Network" (der Name bezieht sich auf das Basel-Abkommen von 1989, das den Export gefährlichen Abfalls beschränkt, aber von den USA nicht ratifiziert ist) sind in ihrem neuen Report "Exporting Harm - The High-Tech Trashing of Asia" den alten Computern und anderem Elektroschrott nachgegangen. Sie berichten aus Guiyu, Provinz Guangdong, wo ohne jedlichen Arbeitsschutz unsere Computer "recycled" werden - die Haupteinkommensquelle des Dorfes. Kabel und anderes werden verbrannt, um an das Kupfer oder an das Gold zu kommen; Tonerreste werden gesammelt etc. Inzwischen muß Trinkwasser mit LKWs gebracht werden; das Grundwasser ist verseucht, viele Leute sind krank. Der Schrott kommt aus Japan, Europa, aber vor allem aus den USA - 80 % der dort zum Recyclen gesammelten Altcomputer werden exportiert.



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