Durchimpfungsrate
Letzte Aktualisierung: 22. Nov. 2009
Wie sich die Gesundheitsbehörden selbst in die Tasche lügen
Als wichtigste Kennzahl für die Durchimpfungsrate wird in der Regel das Ergebnis der Einschulungsuntersuchungen angesehen. Laut "Gesundheitsberichterstattung des Bundes" (Heft1, 2004) , sind in den letzten Jahren die Durchimpfungsraten in Deutschland gestiegen.
Damit wird die ständig kolportierte Behauptung, die Deutschen seien "impfmüde", ad adsurdum geführt.
Es geht um Milliarden-Gewinne der Hersteller. Diese angebliche Impfmüdigkeit ist also nichts weiter als Teil einer Marketingstrategie, für die sich unsere Gesundheitsbehörden - leider - einspannen lassen. Wenn Sie das nicht glauben, empfehle ich, das irritierende Interview aus dem Jahr 2005 mit dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer anzuschauen, der damals in der ZDF-Sendung "Frontal 21" sagte, die Politik sei der Pharma-Lobby gegenüber ohnmächtig, und das schon seit Jahrzehnten.
Verschwiegen wird bei der Behandlung der Durchimpfungsraten regelmäßig, dass nur die vorgelegten Impfpässe ausgewertet werden. Wer keinen Impfpass vorlegen kann, fällt somit aus der Statistik. Der Anteil der vorgelegten Impfpässe liegt jedoch im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen ganz grob bei 90 %.
Bis zu 10 % der ABC-Schützen legen also keinen Impfpass vor. Über die Gründe - z. B. bewusstes Nichtimpfen oder reine Vernachlässigung durch die Eltern - scheint es keinerlei Untersuchungen zu geben. Auch nicht, wie hoch der Anteil der Ungeimpften unter diesen 10 % ist. Möglicherweise haben die Behörden Angst vor dem Ergebnis einer entsprechenden Recherche.
Ein konkretes Beispiel:
Bei der Einschulungsuntersuchung des Schuljahres 2006/2007 im Landkreis Freising betrug der Anteil der vorgelegten Impfbücher 93,4 %. Bei einer Impfbuchauswertung der 6. Klassen des gleichen Schuljahres wurden jedoch nur von 49,3 % der Schüler ein Impfbuch vorgelegt. Trotzdem berichtet das Gesundheitsamt Freising stolz den Ärzten des Kreises in einem Schreiben vom April 2008:
"Sehr geehrter Kollege, wir berichten Ihnen nachfolgend über die Ergebnisse der Impfbuchaktion im Schuljahr 2006/2007. (...) Das Ziel, die Impfbeteiligung in dieser Altersgruppe zu steigern und Impflücken zu schließen, konnte erreicht werden."
Angesichts der unsicheren Daten ist das im Grunde eine sehr mutige Schlussfolgerung. Aber Hauptsache, der Chef des Gesundheitsamtes kann seine Vorgesetzten mit seiner Erfolgsrate beeindrucken - und somit seiner Karriere Vorschub leisten.






