Schweinegrippe: "WHO muss sich heftige Kritik aus Europa anhören"

(...) Die Schweinegrippe ist viel weniger stark ausgefallen als befürchtet und von den Behörden der meisten Länder dargestellt. In ihrer Einschätzung der Lage stützten sie sich hauptsächlich auf die Weltgesundheitsorganisation WHO ab.

Entsprechend gerät diese nun zusehends unter Druck. Weil sie die Krankheit sehr schnell als Pandemie bezeichnet habe, seien unnötig Ängste geschürt worden. Bei Regierungen und Medien habe dies zu «hysterischen Reaktionen», sagte Medizinprofessor Ulrich Keil von der Universität Münster bei der Anhörung im Europarat.

Der Berater für Grippe-Pandemien der WHO, Keiji Fukuda, wies die Kritik entschieden zurück. Die WHO habe rasch handeln müssen, um zahlreiche Grippetote zu vermeiden. Fukuda wollte auch Vorwürfe nicht gelten lassen, wonach die Pharmaindustrie die Entscheidungen der WHO in Sachen Schweinegrippe beeinflusst habe. Die von der WHO herangezogenen Experten hätten die Organisation «neutral und unparteiisch» beraten; Interessenskonflikte habe es nicht gegeben, sagte er im Gesundheitsausschuss der Parlamentarier- Versammlung des Europarats.

Auf hartnäckiges Nachfragen von Abgeordneten räumte der Japaner allerdings ein, dass «einzelne Personen» möglicherweise Interessenkonflikte verschwiegen haben. (...) - NZZ online vom 26. Januar 2009

 

 

 

 

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