STIKO bezieht Stellung zu Stiftung Warentest

STIKO-Stellungnahme zur Entscheidungshilfe zu Kinderimpfungen von Stiftung Warentest 3/2012
(mit Kommentaren von Hans U. P. Tolzin)

Im Artikel „Kein Kinderkram“ der Ausgabe 3/2012 der Zeitschrift „test“ hat ein von der Stiftung Warentest beauftragtes Expertenteam eine Bewertung der verfügbaren Kinderimpfungen vorgenommen. Dieses Team kommt zu einer weitgehenden Übereinstimmung mit den STIKO-Empfehlungen. Es ist wichtig, auf die enorme Bedeutung der Schutzimpfungen für die Gesundheitsvorsorge anhaltend hinzuweisen.

Die STIKO ist ein unabhängiges Expertengremium, das – unterstützt von Wissenschaftlern des Robert Koch-Instituts (RKI) - kontinuierlich Daten zu Impfungen und impfpräventablen Erkrankungen in Deutschland bewertet. Dabei folgt die STIKO in wesentlichen Punkten der systematischen Methodik der Evidenzbasierten Medizin (EbM) und führt eine Risiko-Nutzen-Bewertung nicht nur auf individueller Ebene, sondern auch auf Bevölkerungsebene durch. Die Bewertungsmethodik der STIKO wurde erst kürzlich aktualisiert und ist auf den RKI-Internetseiten unter www.rki.de/stiko verfügbar.

Kommentar: Wie unabhängig mag wohl ein STIKO-Mitglied sein, das regelmäßig Aufträge von Herstellern zur Durchführung von Studien erhält oder auf von Herstellern gesponserten Veranstaltungen als Redner auftritt, wie z. B. ein Prof. Zepp oder ein Prof. Heininger? siehe dazu Die Behauptung der sogenannten „Impfexperten“, nur reine „Impfexperten“ seien in der Lage, Impfstoffe angemessen zu beurteilen und dazu sei außerdem eine Zusammenarbeit mit den Herstellern notwendig, ist blanker Unsinn. Ein Experte muss sich mit den Regeln der evidenzbasierten Medizin auskennen, also wissen, wie man eine aussagekräftige Studie aufsetzt und wie Studienergebnisse methodisch und statistisch manipuliert werden können, ja, das ist schon richtig. Aber muss er deshalb gleich auf der Lohnliste der Hersteller stehen, deren Ziel allein aus Umsatzsteigerung und Gewinnmaximierung besteht? Dass sich die STIKO gerne selbst völlig pauschal als „unabhängig“ einordnet, zeugt von einer fehlenden Fähigkeit zur Selbstkritik. Ein Wissenschaftler, der sich selbst nicht hinterfragen kann, neigt jedoch zum Irrtum oder wird zum Propheten wissenschaftlicher Mythen.

Zum Thema „Evidenzbasierte Medizin“ (EbM): Zu behaupten, die STIKO folge den Regeln der EbM, also dem Erbringen von nachweislichen Belege für bestimmte Aussagen, ist nicht mehr als ein schlechter Witz. Ein Beispiel: Der Nachweis, dass Geimpfte gesünder sind als Ungeimpfte, wird weder bei der Zulassung eines Impfstoffs noch danach erbracht. Statt dessen wird mit dem sogenannten Antikörpertiter ein reiner Laborwert erhoben. Weder das Robert-Koch-Institut (RKI), die deutsche Seuchenbehörde, noch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als deutsche Zulassungsbehörde können auch nur eine einzige Studie benennen, die beweist, dass Menschen mit nachweislich hohen Antikörpertitern gesünder sind als Menschen ohne nachweisbare Titer. Die STIKO folgt somit keineswegs den Regeln der EbM, sondern klammert sich an einem wissenschaftlichen Mythos. siehe dazu

Gerade weil sehr viele verschiedene Aspekte in die Entscheidung eingehen, ob seitens der STIKO eine Impfempfehlung ausgesprochen wird oder nicht, ist ein standardisiertes und nachvollziehbares Vorgehen notwendig. Um zu vermeiden, dass vorschnelle Entscheidungen sowohl bei den Ärzten als auch in der Bevölkerung zu Unsicherheiten und Vertrauensverlust führen, muss die STIKO ihrer gesetzlichen Aufgabe entsprechend bestehende und neue Empfehlungen sorgfältig prüfen. Bei unklarer Evidenzlage muss auch gelegentlich die Entscheidung für oder gegen eine Impfempfehlung zurückgestellt werden, bis die Datenlage ausreichend ist.

Kommentar: Würde die STIKO wirklich konsequent danach handeln, müsste sie bis heute sämtliche „Entscheidungen für oder gegen eine Impfempfehlung zurückgestellt“ haben! Warum tut sie das nicht? Vielleicht, weil ihre Mitglieder gar nicht so unabhängig sind, wie sie behaupten?

Insbesondere begrüßt die STIKO, dass die Stiftung Warentest zu Recht zu einer positiven Einschätzung der Schutzimpfung gegen Humane Papillomviren (HPV) kommt. Aktuelle Daten aus Studien und der weltweiten Anwendung der Impfung in den letzten Jahren konnten die Studienergebnisse, die der STIKO zur Bewertung der Impfung gegen HPV vorlagen, bestätigen. Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung seit 2007 für alle Mädchen und jungen Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Leider kam es in Deutschland nach einer kontroversen Diskussion über den Nutzen der HPV-Impfung zu einer bisher nur mäßigen Akzeptanz der Impfung mit niedrigen Impfquoten. Das Potenzial der Impfung, in Zukunft behandlungsbedürftige Krebsvorstufen am Gebärmutterhals, invasive Karzinome und damit Todesfälle zu verhindern, wird somit in Deutschland bislang nicht ausgeschöpft.

Kommentar: Wie die HPV-Todesfallstatistik zeigt, geht die Sterberate seit ca. 30 Jahren kontinuierlich zurück und hätte bei einer unveränderten Fortsetzung der Tendenz spätestens 2030 die Nullmarke erreicht. Doch seit Einführung der HPV-Impfung im Jahr 2006 ist die Sterberate angestiegen, wie seit den 80er Jahren nicht mehr. Diese Zahlen müssen den Experten der STIKO bekannt sein. Obige Äußerung ist also nichts weiter eine gezielt Verschleierung der Fakten. siehe dazu

Die Frage, ob eine zweite Schutzimpfung gegen Meningokokken mit einem Konjugatimpfstoff gegen die Serogruppen A, C, W-135 und Y für Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren empfohlen werden sollte, ist ein aktuelles Thema der STIKO. Derzeit spielen aber die Gruppen A, W-135 und Y in der Bundesrepublik kaum eine Rolle. Auch gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass bei als Kleinkind geimpften Jugendlichen Durchbruchserkrankungen wegen einer nachlassenden Immunität ein Problem darstellen. Für wichtiger hält es die STIKO, dass im zweiten Lebensjahr versäumte Schutzimpfungen gegen Meningokokken der Serogruppe C bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden.

Kommentar: Hier gilt das Gleiche wie für alle anderen Impfungen: Es liegt kein Nachweis vor, dass gegen Meningokokken geimpfte Kinder gesünder sind als Ungeimpfte. Somit erübrigt sich „die Frage“ ob ein oder zwei oder wie viele Impfungen auch immer empfohlen werden sollten.

Zur Rotavirus-Impfung, für deren allgemeine Empfehlung sich das Expertenteam von Stiftung Warentest ausspricht, führt die STIKO aktuell eine systematische Bewertung der Evidenzlage bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit der verfügbaren Impfstoffe durch. Die STIKO wird in naher Zukunft die mit der Impfung verbundenen Risiken und Nutzen in Hinblick auf die Krankheitslast durch Rotaviren in Deutschland erneut abwägen und sich hierzu äußern.

Kommentar: Auch hier gilt das Gleiche wie für alle anderen Impfungen: Es liegt kein Nachweis vor, dass gegen Rotaviren geimpfte Kinder gesünder sind als Ungeimpfte. Zudem räumte das PEI wiederholt ein, dass aus mehreren Gründen keine ausreichenden Daten zur Beurteilung der Impfstoffsicherheit vorliegen, weder bei der Rotavirusimpfung noch bei anderen Impfungen. siehe dazu

Die Impfung gegen Varizellen (Windpocken) wird von Stiftung Warentest abweichend von den STIKO-Empfehlungen nicht generell für alle Kinder als sinnvoll erachtet. Die STIKO empfiehlt eine Impfung gegen Varizellen im zweiten Lebensjahr für alle Kinder seit 2004 (seit 2009 mit 2 Dosen). Ziel dieser STIKO-Empfehlung ist es, die Krankheitslast durch Varizellen insgesamt zu senken, insbesondere schwere Krankheitsverläufe und seltene Todesfälle an Varizellen zu verhindern. Befürchtet wird von dem Expertenteam der Stiftung Warentest, dass es durch die Impfung von Kindern gegen Varizellen bei möglicherweise nachlassendem Impfschutz zu einer Verschiebung der Erkrankung in höhere Lebensalter (Jugendliche, junge Erwachsene) kommen könnte. Kategorisch auszuschließen ist ein solches Szenarium nicht. Bei genügend hoher Beteiligung an der Impfung ist jedoch eine sog. Herdenimmunität zu erwarten. Das bedeutet, dass empfängliche Erwachsene und Menschen, die in besonderem Maße durch Varizellen gefährdet sind, durch die Impfung der Kinder gegen Varizellen sogar ein niedrigeres Risiko haben, an Varizellen zu erkranken. Sollte nun die Beteiligung an der Schutzimpfung gegen Varizellen abnehmen, könnte dies gerade die Herdenimmunität gefährden und tatsächlich zu steigenden Erkrankungszahlen bei älteren bzw. besonders gefährdeten Menschen führen.

Kinder, die jetzt nicht gegen Varizellen geimpft werden, haben – bei verminderter Zirkulation des Wildvirus – in der Tat ein erhöhtes Risiko später mit Komplikationen zu erkranken. Je weniger Kinder jetzt gegen Varizellen geimpft werden, desto mehr werden später mit Komplikationen erkranken.

Kommentar: Diese Argumentation stellt eine massive Verdrehung der Fakten und eine subtile Manipulation dar. Es wird suggeriert, es gebe entweder „alles oder gar nichts“ und nichts dazwischen. Die Verschiebung der Krankheit ins Erwachsenenalter – mit der damit einhergehenden Zunahme schwerer Verläufe - kann die STIKO nicht ausschließen. Kommt es schließlich dazu – was absehbar ist – dann ist es ja nicht die Schuld der STIKO, sondern all jener, die nicht nach Kräften bei der vollen Durchimpfung der Bevölkerung mitgemacht haben, nach dem Motto: „Wir waschen unsere Hände in Unschuld, hätte man besser auf uns gehört...“ Die Windpocken sind in Wahrheit eine harmlose Kinderkrankheit, die in der Regel ohne Komplikationen verläuft und oft im Zusammenhang mit Entwicklungsschüben beobachtet wird. Die angebliche Komplikationsrate beruht auf manipulierten Studien, wie bereits berichtet. siehe dazu

In den USA, wo die generelle Varizellenimpfung für Kinder seit 1995 (seit 2007 mit 2 Dosen) empfohlen wird, erkranken seitdem nicht mehr Erwachsene an Varizellen als vor Einführung der allgemeinen Kinderimpfung. Das RKI hat mit Einführung der allgemeinen Impfempfehlung ein Meldesystem zu Varizellen und Herpes Zoster unter Mitwirkung von deutschlandweit fast 1000 Arztpraxen eingerichtet. Die bisher erhobenen Daten belegen, dass die Varizellenimpfung eine deutliche Abnahme der Varizellen-bedingten Krankheitslast erreicht hat. Ziel des Meldesystems ist es, auch zukünftig Auswirkungen der allgemeinen Varizellenimpfung im Kindesalter zu überwachen und es der STIKO zu ermöglichen, falls erforderlich ihre Empfehlungen anzupassen. Dem gleichen Zweck dient eine Ausweitung der gesetzlichen Meldepflicht auf die Varizellen, die sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren befindet.

Kommentar: Dieses sogenannte „Meldesystem“ ist selektiv und besteht weitgehend aus impffreudigen Ärzten, die bei geimpften Kindern zu einer Diagnoseverschiebung („kann nicht Windpocken sein, das Kind ist ja geimpft“) neigen. Objektive und unabhängige Studien, die zeigen, dass gegen Windpocken geimpfte Kinder gesünder sind als Ungeimpfte, liegen nicht vor.

Es ist zu begrüßen, dass die Stiftung Warentest das wichtige Thema „Impfen“ aufgegriffen hat. Die STIKO erhofft sich hiervon einen sachlicheren Umgang mit den Schutzimpfungen für Kinder. Es wäre ein großer Gewinn für uns alle, wenn mehr Kindern diese wichtige Schutzmöglichkeit zu Gute käme.
Stand: 29.02.2012


Kommentar: Die STIKO erhofft sich einen „sachlicheren Umgang“ mit dem Thema und ignoriert und verdreht selbst wiederholt die Fakten. Meiner Ansicht nach sollte man dieses Gremium entweder komplett abschaffen oder aber ausschließlich mit Experten besetzen, die ansonsten beruflich nichts mit dem Impfthema zu tun haben.

 

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