Indien: Sieben Todesfälle nach HPV-Impfung

In Indien starben sieben Mädchen nach einer HPV-Impfung. Es gab zahlreiche Verstöße gegen internationale und auch indische Regeln, darunter vor allem dass viele Eltern überhaupt nicht wussten, dass ihre Töchter geimpft wurden und die zur Information vorgeschriebenen Einverständniserklärungen weder gesehen noch unterschrieben hatten.

Missachtet wurde die Vorgabe, zugelassene Impfstoffe in ihrer Anwendung zu kontrollieren und Nebenwirkungen zu erfassen. Schwerwiegende Ereignisse wie eben Todesfälle - ob sie nun mit dem Testwirkstoff zusammenhängen oder nicht - sollen eigentlich
unverzüglich gemeldet werden. In diesem Fall dauerte es Wochen, bis diese bekannt wurden; die nächste Impfwelle war bereits gestartet. Außerdem hat kein unabhängiger Prüfer die Todesfälle je untersucht.

Die Kritik vieler indischer AktivistInnen entzündet sich vor allem an der nachlässigen Art, wie die Konzerne Merck und GSK ihre Hilfsorganisation Path haben verfahren lassen. Und so treffen im Skandal um die Impfung gegen die Humanen Papilloma Viren (HPV) ethische Grundsätze auf ökonomische Interessen, scheinen fehlende regulative Strukturen in Indien den laxen Umgang mit ProbandInnen zu erleichtern. Verschiedene Mitglieder des Gremiums, das die Regierung zur Ermittlung der Probleme im HPV-Impfungs-Projekt eingesetzt hatte, standen schon länger auf der Gehaltsliste großer Pharmakonzerne. 

Und so bleibt die Frage nach der Verantwortung oder nach möglichen Lehren für zukünftige Studien unbeantwortet. Die Pharmakonzerne verweisen auf die Bill Gates Foundation, die Geld an Path gab. Die Hilfsorganisation Path wiederum erklärt, man habe alle erforderlichen Genehmigungen seitens der indischen Regierung erhalten. Und die antwortet erst gar nicht.

HPV-Impfung in Deutschland

Momentan scheint es hier ruhiger um die Impfung geworden zu sein. Doch der Schein trügt. Zum einen gibt es zunehmend Bestrebungen in der Medizin, von einem angeblichen Nutzen der HPV-Impfung für Frauen jeglichen Alters auszugehen, um damit mehr Frauen zu impfen, obwohl ein Nachweis für diese Zielgruppe in Studien aussteht. Zum anderen wird an der Entwicklung einer therapeutischen HPV-Impfung gearbeitet, die dann potenziell allen Mädchen und Frauen angedient werden wird. Auch gibt es immer wieder Fälle von schwerer gesundheitlicher Beeinträchtigung in Folge dieser Impfung.

Zum aktuellen Stand, was die HPV-Impfung betrifft, aber auch was Zellveränderungen am Gebärmutterhals (PAP-Abstrich, HPV-Infektionen) und den Umgang damit angeht, finden Sie ausführliche, informative Artikel in unserer Zeitschrift CLIO 73 [1]. In ihr ist auch ein Bericht über die 11. Internationale Frauengesundheitskonferenz, bei der die indische Delegation über die HPV-Impfung und die Todesfälle in Indien
berichtete (siehe oben).

Quelle: FFGZ-Newsletter vom 1. Juni 2012

Hintergrundinfos zur HPV-Impfung auf impfkritik.de

 

 

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