Marktrücknahme der Einzelimpfstoffe gegen Masern und Röteln

Quelle: Homöopathische Nachrichten (HN) des DZhÄ, Ausgabe 09/2012

Die Firma Sanofi Pasteur MSD GmbH hat einen konzernweiten Produktionsstopp für den monovalenten Röteln-Impfstoff angekündigt. Der Einzelimpfstoff steht daher auf europäischer Ebene nicht mehr zur Verfügung.

Auch der Masern-Impfstoff Mérieux, der bislang einzige auf dem deutschen Markt erhältliche Einzelimpfstoff gegen Masern, wird künftig in Deutschland nicht mehr vertrieben.

Grundlage für diese Entscheidung ist nach Angabe des Konzerns der starke Rückgang der Nachfrage nach den Einzelimpfstoffen. Dieser Rückgang sei sowohl durch die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO als auch durch die nationale Empfehlung bedingt, zur Umsetzung der Masern-Impfung bevorzugt kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Impfstoffe einzusetzen.

Die Marktrücknahme der beiden Einzelimpfstoffe ist ein herber Rückschlag für die individuelle Impfentscheidung. Sie ist umso bedauerlicher, als es nach einem Review des renommierten Cochrane-Instituts weder zur Wirksamkeit noch zur Sicherheit der Mehrfachimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln Studien gibt, die den Ansprüchen der Evidence Based Medicine genügen (Demicheli 2012).
Es gibt auch gute Gründe, die Mumpsimpfung nicht schon im Kleinkindalter durchzuführen. Mädchen, die Mumps durchgemacht haben, haben im späteren Leben ein deutlich geringeres Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken (Cramer 2010).

Die Mumpsimpfung bietet diesen Schutz nicht. Eltern, die dies wissen, möchten vielleicht ihrer Tochter die Chance lassen, sich mit dem Wildvirus zu infizieren.

Auf der anderen Seite vergrößert die frühe Mumpsimpfung die Gefahr, dass die Mumpserkrankung im Erwachsenenalter auftritt. In allen Ländern, in denen Kleinkinder konsequent gegen Mumps geimpft werden, kommt es immer häufiger zu Mumpsepidemien unter geimpften Erwachsenen. In Deutschland gab es zwischen Juli 2010 und Februar 2011 einen Mumpsausbruch mit Hunderten von Erkrankten.

Auch hier waren im Wesentlichen junge Erwachsene betroffen. Experten sprechen von einem signifikanten sekundären Impfversagen und fordern eine Überprüfung der Impfstrategie und wirksamere Impfstoffe (Vandermeulen 2004, Park 2007, Dayan 2008, Anis 2012). Informierte Eltern wünschen die Mumpsimpfung - als MMR-Impfung - oft erst unmittelbar vor der Pubertät, um bei ihrem Sohn einen verlässlicheren Schutz vor einer Mumpsorchitis aufzubauen.

Eine individuelle Impfentscheidung ist nach der Marktrücknahme der Einzelimpfstoffe schwieriger geworden. Es besteht zwar noch die Möglichkeit, Masern-Einzelimpfstoffe etwa aus Frankreich oder der Schweiz zu importieren.

Diese Impfstoffe haben jedoch in Deutschland keine Zulassung, wodurch bei einem Impfschaden die Haftung des Staates entfällt. Viele Ärzte werden dem individuellen Impfwunsch der Eltern aus Furcht vor einem Haftungsrisiko nicht entsprechen.

Der Verein Ärzte für individuelle Impfentscheidung hat sich daher in einem Schreiben an den Vorsitzenden der STIKO, Dr. Jan Leide, mit der Bitte gewandt, hier initiativ zu werden. Der Verein fordert auf der einen Seite eine Überprüfung der Impfempfehlung bezüglich Mumps, auf der anderen Seite eine Erleichterung der Verwendung ausländischer Masern-Einzelimpfstoffe durch eine Haftungszusage und Zulassung auf dem deutschen Markt.

 

 

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