Sanofi Pasteur MSD "kauft" sich bei Patientenverband ein  

Patientenverband: Geld von Pharmafirmen

"(...) Die Zusammenarbeit zwischen DGVP [Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten, d. Red.] und Pharmaindustrie funktioniert. Berlin, am 27. Februar 2008: Die DGVP lädt Journalisten ins Haus der Bundespressekonferenz. Das Thema: „Impfmüdigkeit in Deutschland“. Auf dem Podium forderten fünf Mediziner: Impfen tut not, auch gegen Gebärmutterhalskrebs. Die Pressekonferenz erzielte den gewünschten PR-Erfolg. „Die Resonanz war“, freut sich Wolfram-Arnim Candidus, „dass wir in 30 verschiedenen Radioberichten und Zeitungen zitiert wurden zur Forderung: Wir brauchen mehr Impfen, um Sicherheit aufzubauen für die Bevölkerung.“

Impfkritiker saßen nicht auf dem Podium des Patientenverbandes. Dabei ist zumindest das Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs ein brisantes Thema. Zwei junge Frauen starben bislang nach der Impfung, andere erkrankten. Ob der Impfstoff schuld war, ist unklar. Fest steht allerdings, dass es bei der Impfung um einen Milliardenmarkt geht, denn das Impfen mit dem Impfstoff Gardasil kostet pro Patientin mehr als 450 Euro. Auf unsere Frage, von welchen Pharmafirmen die DGVP Geld für diese Pressekonferenz bekommen habe, antwortete deren Präsident Candidus: „Ich habe kein Geld von der Pharmaindustrie bekommen.“

Pharmafirma gab Geld

Doch auf WDR-Anfrage gesteht der Anbieter von Gardasil, die Firma Sanofi Pasteur MSD, man habe 15.000 Euro an den Schwesterverein der DGVP gezahlt, für eine Informationskampagne zum Thema Impfen. Geld genug also für eine PR-Aktion. Alle fünf Mediziner der Pressekonferenz erklären, von dieser Zahlung nichts gewusst zu haben. Und warum hat Wolfram-Arnim Candidus im WDR-Interview nichts von diesem Geldfluss gesagt? Der beteuert schriftlich, er habe nicht gelogen: „In dem Interview habe ich zum Ausdruck gebracht, dass die DGVP keine Finanzmittel eines Pharmaherstellers erhalten hat. Die Kosten der Pressekonferenz wurden vom VFPG übernommen.“ Also just von dem eigens gegründeten Schwesterverein, der für den Patientenverband das Geld von einem Impfstoffanbieter kassiert hat. (...)" -
WDR, "markt" vom 29. Sept. 2008


Kommentar:

Wenn Sie Mitglied der DGVP sind, wäre es vielleicht eine gute Idee, sich die Verbindungen des Vorstands mit Pharmakonzernen etwas näher anzuschauen.

 

 

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