Keine Ausnahme: "Eminenz- statt evidenzbasierte Medizin" in der Werbung

(ht) "Evidenzbasierte Medizin" steht im modernen Sprachgebrauch für "zweifelsfrei bewiesener Nutzen". Doch nicht alles was als "evidenzbasiert" in der Werbung verkauft wird, ist wirklich mit unabhängigen Studien unterfüttert.

"(...) Männer und Frauen in weißen Kitteln, Begriffe, die direkt aus der Fachliteratur entlehnt scheinen, Umfrageergebnisse, Statistiken und Diagramme und selbst Verweise auf klinische Studien und Konferenzbeiträge erwecken beim Verbraucher das Gefühl: Da wird geforscht, das ist fundiert, die Wirkung ist wissenschaftlich abgesichert. Doch lange nicht alles, was nach Wissenschaft aussieht, ist es auch tatsächlich. "Das reicht von purer Pseudoscience bis zu echten wissenschaftlichen Ergebnissen", sagt Wolfgang Schweiger, Kommunikationswissenschaftler von der LMU München, der dabei vor allem auf eigene Erfahrungen in der Werbewelt setzt, denn: "Der Forschungsstand dazu ist nahezu null".

Auch Wissenschaftler seien keine Heiligen und akademische Titel und weiße Kittel kein Garant dafür, dass das Versprochene auch tatsächlich zuträfe:

"Fehlen unabhängige, methodisch gute Studien sprechen Experten auch schon mal von einer eminenz- und nicht von einer evidenzbasierten Medizin. Statt wissenschaftlicher Belege steht nur die Autorität des Wissenschaftlers für die Wirksamkeit: Ein Bild von Wissenschaft, das längst überholt ist. (...)" - STERN, 22. März 2007

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