BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN stellen kleine Anfrage zur HPV-Impfung

Deutscher Bundestag, 23. April 2009
Drucksache 16/12799

Wirksamkeit und Vermarktung der HPV-Impfung in Deutschland

Ende 2006 erteilte die Europäische Arzneimittelbehörde eine Zulassung für einen Impfstoff gegen Subtypen des Humanen Papilloma-Virus (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Im Sommer 2007 wurde ein zweiter Impfstoff zugelassen. Bereits wenige Monate nach Zulassung des ersten Impfstoffes sprach die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Empfehlung zur generellen Impfung von Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren aus.Am 25. November 2008 veröffentlichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen eine Erklärung, in der sie die öffentliche Verbreitung von irreführenden Angaben zur Wirksamkeit der HPV-Impfung kritisierten und eine umfassende Neubewertung der Impfung durch die Ständige Impfkommission forderten. Der Gemeinsame Bundesausschuss schloss sich der Forderung nach einer umfassenden Neubewertung an (Ärzte Zeitung vom 22. Dezember 2008).

Wir fragen die Bundesregierung:

  1. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie stark die beiden Impfstoffe das Gebärmutterhalskrebsrisiko insgesamt, also bezogen auf alle karzinogenen HPV-Typen, senken?
  2. Welche Auswirkungen auf die Prävalenz von Gebärmutterhalskrebs würde eine Abnahme der Wahrnehmung von Früherkennungsuntersuchungen haben?
  3. Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage basiert nach Kenntnis der Bundesregierung die Aussage der STIKO über eine „lebenslange Impfaktivität“ der HPV-Impfung von 92,5 Prozent? Woher stammen die Erkenntnisse über die Höhe und die Dauer dieser Wirksamkeit?
  4. Welche evidenzbasierten Aussagen sind zur Dauer des Impfschutzes durch die HPV-Impfung derzeit möglich?
  5. Inwieweit teilt die Bundesregierung die Ansicht einiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in ihrer Erklärung vom 25. November 2008 die STIKO aufforderten, zur Bewertung der Wirksamkeit der HPV-Impfung auch bisher unveröffentlichte Studiendaten bei den Impfstoffherstellern anzufordern?

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