Blauzungenkrankheit: "Bundesweite Eilverordnung verlängert"

"Kreis Steinfurt. Die Restriktionsmaßnahmen gegen die Blauzungenkrankheit sind gestern durch eine Eilverordnung des Bundes „auf absehbare Zeit“ verlängert worden. Das sagte gestern Kreis-Veterinär Dr. Christoph Brundiers im Gespräch mit dieser Zeitung. Damit bleiben die bestehenden Kontrollzonen im Kreis Steinfurt ebenso erhalten wie Transportverbote und bestimmte Untersuchungspflichten. (...)

Sorge bereitet dem Veterinär dennoch, dass immer neue Blauzungen-Virus-Varianten auftauchen. Nach dem Typ 8, gegen den sich die jüngste Impfaktion gerichtet habe, gehe es jetzt um den in Oldenzaal und in der Grafschaft Bentheim aufgetauchten Typ 6 und „der nächste Typ, Typ 1, ist schon aus Belgien im Anmarsch.“ Man müsse jetzt sehr schnell auf die Vielfalt der Subtypen reagieren und zügig mit der Entwicklung geeigneter Impfstoffe beginnen, die gegen mehrere Virus-Varianten gleichzeitig wirksam seien, meinte Brundiers.

Dass es sich bei dem Virus-Typ 6 um einen illegal eingesetzten Lebendimpfstoff aus Südafrika handele, sei wahrscheinlich, aber noch nicht endgültig nachgewiesen. Er habe sich nicht vorstellen können, dass der Leidensdruck bei einigen Viehhaltern offenbar so groß gewesen sei, dass sie sich den Impfstoff illegal besorgt haben. „Soviel Dummheit und kriminelle Energie hätte ich niemandem zugetraut“, sagte Brundiers. (...)

Noch sei im Übrigen unklar, ob sich auch die neuen Sub-Typen des Virus ebenfalls über Mücken übertragen oder ob auch eine Ansteckung über Stall- oder Weidekontakte möglich sei. (...)" - Ahlener Zeitung vom 10. Nov. 2008


Der Kommentar
Typische Doppelmoral der Behörden

Die typische Doppelmoral der Gesundheitsbehörden kommt bei der Zwangsimpfung gegen BTV (Blue Tongue Virus, Virus der Blauzungenkrankheit) besonders deutlich zutage. Da tut man zunächst alles, um die Landwirte in Panik zu versetzen, so dass sie möglichst freiwillig ihre Zustimmung zu einer Impfung geben, deren Wirkung im Grunde nur aus den Nebenwirkungen besteht. Ist diese Panikmache derart gelungen, dass Landwirte nach jedem Strohalm greifen und andere - ebenfalls nicht zugelassene - Impfstoffe OHNE Einverständnis der Behörden verwenden, spricht man plötzlich von "Dummheit und kriminelle Energie".

Während der kalten Jahreszeit kommen die Veterinärbehörden in arge Argumentationsnot, denn die Mücken, die angeblich das Virus übertragen, sind dann gar nicht mehr unterwegs. Da hilft es natürlich, wenn plötzlich ganz neue "Subtypen" des Virus auftreten, bei denen die Übertragung durch Mücken noch als unbewiesen gilt. Interessanterweise gilt die Beweisfrage immer dann als ungeklärt, wenn es sich um Umstände dreht, die gegen eine Impfung sprechen würden.

Argumente für die Impfung gelten jedoch grundsätzlich als bewiesen. Die viel wahrscheinlicheren Ursachen für die Blauzungenkranheit, nämlich nicht artgerechte Tierhaltung in Verbindung mit Medikamentennebenwirkungen, werden dabei noch nicht einmal diskutiert.

 

 

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