Unter Zwang zum Kinderarzt?

Unter Zwang zum Kinderarzt?

Die Zeitschrift ELTERN berichtet: Immer mehr Bundesländer machen die Vorsorgeuntersuchungen zum Gesetz

Hamburg (ots) - Es ist die Reaktion auf die fürchterlichen Fälle, in denen Kinder zu Opfern ihrer eigenen Eltern werden: Seit der Bundesrat vor genau einem Jahr forderte, "Früherkennungsuntersuchungen zu nutzen, um gesundheitliche Kindeswohlgefährdungen früher zu erkennen", arbeiten viele Bundesländer an eigenen gesetzlichen Lösungen. Über die kontrovers diskutierten Anstrengungen berichtet die Zeitschrift ELTERN in ihrer aktuellen Ausgabe (EVT 19.12.).

Beispiel Saarland: Im April 2007 wurde an der saarländischen Uni-Klinik Homburg eine zentrale "Screeningstelle" eingerichtet. Dorthin müssen Kinder- und Hausärzte jedes Kind melden, das bei ihnen zur Vorsorgeunter¬such¬ung war. Die Stelle vergleicht diese Meldungen mit den Daten der Einwohner-Meldeämter und erfasst so alle Kinder, die bei der Vorsorge fehlten. Nützen mehrmalige schriftliche Einladungen zur Vorsorge an die Eltern nichts, meldet sich ein Amtsarzt bei der Familie.

Beispiel Hessen: Zum 1.1.2008 führt Hessen die Pflichtvorsorge ein. Ob Eltern ihre Kinder zu den "Us" bringen, kontrolliert ab dann das Kindervorsorgeinstitut an der Uni Frankfurt. Wer der Vorsorgepflicht weder von selbst noch nach zweimaliger schriftlicher Aufforderung nachkommt, wird vom Jugendamt aufgesucht.

Beispiel Bayern: Auch hier tritt ab 1.1.08 eine neue Regelung in Kraft: Das Landeserziehungsgeld, auf das bedürftige Familien Anspruch haben, wird nur noch ausgezahlt, wenn das Kind bei der U6 und der U7 war. Bei der Anmeldung zum Kindergarten verlangen die Erzieher den Nachweis der U7 und der U8. Fehlt er, fordern sie die Eltern auf, die beiden Us nachzuholen, nehmen das Kind aber trotzdem auf. War ein   Kind bis zur Einschulung nicht bei der U9, wollen die Eltern diese auch nicht nachholen und verweigern zudem eine schulärztliche Untersuchung, schaltet sich in Bayern das Jugendamt ein. Pressemeldung vom 18. Dez. 2007

Siehe auch impkritik.de-Kommentar vom 13. Dezember 

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