Indien: Gesundheitsbeamte nach 4 Todesfällen bei Kindern suspendiert

Aurangabad: In einer schnellen Reaktion auf den Tod von vier Kindern im Dorf Waghola in Phutamri Taluka nach dem Erhalt der Masernimpfung haben die örtlichen Behörden vier Personen einschließlich zweier Gesundheitsfunktionäre suspendiert und das Dienstverhältnis einer Assistentin wegen Pflichtverletzung beendet. Auch stoppten die Behörden die Impfstofflieferungen vom Serum Institute of India, Pune.

Bei den suspendierten Funktionären handelt es sich um die Gesundheitsbeauftragten P.M. Alhat und P.S. Singhalkar, die Hilfskrankenschwester und –hebamme M.R. Sapkal und dem multifunktionellen Mitarbeiter Ramchandra Nikam. Die Gesundheitsassistentin R.P. Kharat wurde entlassen.

Zehn Kinder wurden nach Reaktionen auf die Arzneimittel am Freitag Abend in das hiesige Government Medical College and Hospital eingeliefert. Vier von ihnen verstarben am Samstag. Der Zustand des zehn Monate alten Suresh Navture blieb weiter kritisch, während die anderen fünf Zeichen der Besserung zeigten.

Im Gespräch mit Journalisten bezeichnete die Gesundheitsministerin Vimal Mundada die Todesfälle am Sonntag als Unfall. „Es könnte aufgrund toxischer Syndrome passiert sein. Die Leute sollten sich keine Sorgen machen, sie sollten weiter am Impfprogramm teilnehmen.“ Sie sagte auch:  „Wir gehen keine Risiken ein. Die Organe der Kinder, ihre Gehirne und das benutzte Material werden einer chemischen Analyse unterzogen. Der Bericht wird innerhalb einer Woche erwartet. Darüber hinaus untersucht ein Expertenkomitee den Fall, um die genaue Ursache herauszufinden.“

Die Gesundheitsministerin sagte, sie habe die Möglichkeit, finanzielle Hilfe für die Eltern der Opfer bereit zu stellen, mit dem obersten Minister (des betreffenden Bundesstaates, Anm. d. Übers.) und seinem Stellvertreter diskutiert.

Mundada erklärte, das Serum Institute of india habe circa 300.000 Dosen des Masernimpfstoffes verteilt. Es habe keine Beschwerden aus anderen Teilen des Landes gegeben. Von 100 Dosen, die von den lokalen Behörden an das Jategaon Hauptgesundheitszentrum gesandt wurden, wurden 90 woanders benutzt, 10 in Waghola, wo das Problem auftrat.

Gegen diejenigen, die für schuldig befunden werden, würden strenge Maßnahmen eingeleitet, sagte die Ministerin. Das betroffene Personal hätte für einige Zeit in Waghola zurückbleiben sollen, statt sofort nach der Impfung zurückzukehren. - Times of India, 29. Sept. 2008 (Übersetzung: Astrid Fenton)


Ein Tag danach, Leid und Wut in Waghola


Sechs geimpfte Kinder kämpfen noch um ihr Leben

Aurangabad: Das kleine Dorf Waghola, etwa 30 km von hier, wurde Zeuge vieler herzzerreißender Szenen bei der Beerdigung der vier Kinder, die nach der Masernimpfung am Freitag gestorben waren.
 
„Wir dachten nie, daß unser Dorf Zeuge eines solch bdauerlichen Ereignisses werden würde,“ sagte der ehemalige Bürgermeister Sheshrao Shamrao Gaikwad. „Das ganze Dorf trauert und betet für die Gesundung der sechs Kinder, die im Government Medical College and Hospital (GMCH) behandelt werden,“ sagte Gaikwad und fügte am Schluß hinzu: „Sie sind alle unsere Kinder.“

Ein dreiköpfiges Team des Hauptgesundheitszentrums in Jategaon, bestehend aus einer Hilfskrankenschwester und –hebamme, einem multifunktionellen Mitarbeiter und einem Aufseher, verabreichten 10 Kindern den Impfstoff um ca. 11.00 Uhr am Freitag Morgen. Aber alle 10 Kinder entwickelten gegen 15.00 Uhr hohes Fieber. Sie wurden schnellstens zum Phulamri Landkrankenhaus verbracht, wo die Ärzte sie spät abends an das GMCH verwiesen. Ein Kind starb auf dem Weg zum Krankenhaus, drei weitere am Samstag.

„Wir erwarteten keine leeren Worte von Gesundheitsminister Vimal Mundada, der nur die Angehörigen der Opfer tröstete und verschwand mit den Worten, daß es niemandes Fehler gewesen sei,“ sagte ein wütender Dorfbewohner Dagdu Navture.

„Als wir sie nach schuldhaftem Verhalten auf Seiten der  Regierungsangestellten fragten, sagte sie, man würde entsprechend der Regierungsnormen vorgehen. Die Regierung zahlt den Angehörigen von Opfern einer Bombenexplosion bis zu 500.000 Rupien, sie sollte die Eltern der toten Kinder entschädigen,“ betonte Navture.

Ironischerweise bot die Station 24 des GMCH, die am Samstag von politischen und sozialen Führungspersonen besucht wurde, einen relativ verlassenen Anblick. Mit Ausnahme von Verwandte, Ärzten und neugierigen Pressemenschen „besuchte uns am Sonntag keine prominente Person,“ sagte Rengubai Bhagwan Gaikwad, Mutter von Rahul Gaikwad (neun Monate), der sich erholt.

Arzneimittelcharge zurüchgenommen nach Reaktionen in Mumbai

Mumbai: Knapp einen Monat, nachdem zwei Patienten, die in das städtische Siddharth Hospital in Goregaon eingeliefert worden waren, nach einer Injektion gegen Malaria starben, entwickelten zwei andere Patienten im Cooper Hospital, Juhu, in der letzten Woche eine allergische Reaktion gegen dasselbe Medikament.

Die jungen Männer, die mit hohem Fieber in das Cooper Hospital eingeliefert worden waren, erhielten am Freitag Abend Artesunate-Injektionen.

Laut Experten kein Grund zur Panik, wohl aber zur Vorsicht

Umesh Isalkar, TNN

Pune: Die jüngsten Todesfälle von vier Kindern nach Masernimpfung in Aurangabad hat möglicherweise Panik unter Eltern ausgelöst, aber die Ärzte sagen, daß solche Fälle selten sind und Vorsichtsmaßnahmen auf Seiten des medizinischen Personals helfen können, solche Tragödien zu verhindern.

„Normalerweise kommt der Masernimpfstoff in einer Multidosisampulle mit fünf Dosen. Das bedeutet, daß eine Ampulle für fünf Kinder reicht. Aber der gesamte Inhalt einer Ampulle sollte innerhalb von drei Stunden nach Zubereitung verbraucht werden, oder es kann zum Wachstum pathogener Keime kommen,“ sagt Kinderarzt Sharad Agarkhedkar. Außerdem sollte der zubereitete Inhalt kühl und verschlossen gelagert werden,“ fügte er hinzu.

Nichtbeachtung der o.g. Vorsichtsmaßnahmen kann zu etwas führen, das man toxic shock-syndrome (TSS) nennt, und tödlich endet. „Die Waghola-Tragödie scheint ein Ergebnis menschlichen Fehlverhaltens zu sein, da die Opfer sofort nach der Impfung unter hohem Fieber litten. Der Inhalt der Ampulle wurde möglicherweise später als drei Stunden nach Zubereitung verbraucht,“ vermutet Agarkhedkar. Daher entscheidet man sich vorzugsweise für Einzel- statt Multidosisampullen, da es dann kein Lagerungsproblem gebe, überlegt er.

Die zweite Todesursache könnte Anaphylaxie sein (schwere allergische Reaktion auf den Impfstoff). Ein anaphylaktischer Schock kann innerhalb von Minuten zum Tod führen, wenn er nicht behandelt wird. Diese Reaktion ist plötzlich, schwer und betrifft den ganzen Körper. Allergische Reaktionen in der Vorgeschichte stellen einen Risikofaktor dar. Drittens sollte der Arzt besonders sorgsam vor der Verabreichung der Impfung sein, wenn es in der Vorgeschichte eine Allergie auf Ei oder ei-verwandtem Eiweiß gibt.

„Der Grund für einen anaphylaktischen Schock kann ein menschlicher Fehler sein mit dem Ergebnis, daß der Impfstoff mit einer anderen Chemikalie anstatt des üblichen Verdünnungsmittels gemischt wird, oder Kontamination, wenn der Impfstoff länger als drei Stunden geöffnet war,“ sagte der Kinderarzt Jayant Navarange. Aber ein anaphylaktischer Schock infolge einer Masernimpfung ist extrem selten und kommt in einem von einer Million Fälle vor, fügte er hinzu.

Avinash Bhondwe, Präsident des Ortsverbandes der Indian Medical Association (IMA), sagte, daß die Regierung zuerst einmal alle Impfstoffampullen zurückhalten sollte, bis bewiesen ist, daß es keine Fehler in der Herstellung gab. Als Zweites sollten adäquate Wiederbelebungsmaßnahmen (Ausrüstung für künstliche Beatmung) in jedem Hauptgesundheitszentrum verfügbar sein, fügte er hinzu.

„Aber insgesamt sind solche Vorkommnisse sehr selten. Die Leute sollten nicht in Panik verfallen und aufhören, ihre Kinder zu impfen,“ sagte Bhondwe.

Vorsichtsmaßnahmen

- Verwendung von Einzeldosisampullen
- Kühle und trockene Lagerung des Impfstoffes, nicht offen
- Zubereitung der Dosis unmittelbar vor der Verabreichung
- Ärzte sollten Ausrüstung und Fachkompetenz zur Behandlung von Notfällen haben
- Beobachten Sie Ihr Kind mindestens eine halbe Stunde nach der Impfung

- Times of India vom 29. Sept. 2008 (Übersetzung: Astrid Fenton)

 

Kommentar:

"Laut Experten kein Grund zur Panik..." Kommt Ihnen das eventuell bekannt vor? Die Gelassenheit der Gesundheitsbeamten, wenn es um schwere Impffolgen geht, ist offensichtlich ein internationales, wenn nicht sogar ein globales Phänomen.

 

 

 

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