Warnung vor eskalierendem Masern-Mobbing: Nichtimpfende Eltern sind als Sündenbocke ungeeignet

Eine Stellungnahme von Hans U. P. Tolzin, Herausgeber der Zeitschrift "impf-report"

(Stgt - 6. Juli 2008) Es werden in den Medien immer wieder Fälle von im Zusammenhang mit einer Masernerkrankung aufgetretenen schweren und manchmal tödlich endenden Gehirnentzündungen ("SSPE") zum Anlass genommen, impfkritische Eltern öffentlich als die vermeintlich Schuldigen anzuprangern: Die Erkrankten hätten sich als Säuglinge bei ungeimpften Kindern angesteckt, und die SSPE sei eine Spätkomplikation dieser frühen Masernerkrankung.

Ich warne dringend davor, hier zu leichtfertig und zu oberflächlich zu urteilen und bei der eigenen Meinungsbildung wesentliche Aspekte einfach zu ignorieren:

  1. Die eigentliche Ursache ist der fehlende Nestschutz: Selbst wenn es zutreffen sollte, dass es sich bei diesen SSPE-Fällen um Spätkomplikationen der Säuglingsmasern handelt und sich das Kind bei ungeimpften Kindern angesteckt hat, ist zu beachten, dass sich auch aus schulmedizinischer Sicht Säuglinge nur dann an Masern anstecken können, wenn die Mutter ihnen aufgrund der eigenen Impfung keinen Nestschutz vermitteln konnte. Dieser entscheidende Nachteil der Masernimpfung, der in Einzelfällen – wie zu sehen ist – dramatische Folgen haben kann, muss deshalb in die Ursachendiskussion mit einbezogen werden. Zumindest, wenn Sachargumente und nicht willkürliche Schuldzuweisungen im Mittelpunkt der Diskussion stehen sollen.
  2. Das Ansteckungrisiko durch geimpfte Kinder ist vergleichbar hoch: Die große Mehrheit der Kinder ist heutzutage zwar gegen Masern geimpft, jedoch gibt es offiziellen Quellen zufolge auch unter ihnen  zwischen 5 und 10 %  sog. "Impfversager", die keinen als schützend angesehenen Antikörpertiter nachweisen können – also potentiell ansteckend sind. Gleichzeitig kann auch ein geimpftes Kind bei Kontakt Masernviren aufnehmen und ausscheiden, solange das eigene Immunsystem noch "hochgefahren" ist. Die Anzahl der ungeimpften Kinder, die die Masern als "stille Feihung" bereits durchgemacht haben, also immun sind, ist zwar unbekannt, wäre aber ebenfalls zu berücksichtigen. Eine eindeutige Schuldzuweisung ist denmach nicht angebracht.
  3. Fahrlässige Tunnelblick-Diagnosen ignorieren Medikamenten-Nebenwirkungen: Die Schulmedizin handelt verantwortungslos und darüber hinaus sogar fahrlässig, wenn bei einer SSPE-Diagnose ein möglicher Zusammenhang mit der Verabreichung von Medikamenten und Impfungen – möglicherweise die häufigste Ursache bei heutigen Gehirnentzündungen – nicht geprüft wird. Hier geht das RKI, die Bundesseuchenbehörde, nachweislich mit schlechtem Beispiel voran. Dadurch wird die Zuordnung der Erkrankung zu den vor Jahren durchgemachten Säuglingsmasern rein willkürlich.


Was darüber hinaus bei einer Beurteilung der Notwendigkeit einer Masernimpfung berücksichtigt werden sollte:

  1. Es gibt keinen einzigen Masern-Impfstoff mit einen direkten Wirkungsnachweis.

  2. Die Aussagekraft des Antikörpertiters als "Immunitätsgarantie" ist wissenschaftlich nicht belegt.

  3. Die Häufigkeit von schweren und schwersten Impfkomplikationen ist der zuständigen Bundesbehörde völlig unbekannt, ebenso die Dunkelziffer bei den Meldungen von Verdachtsfällen.

  4. Die Behörden ignorieren alle Fakten und Beobachten, wonach der individuelle Gesundheitszustand maßgebebend für die Empfänglichkeit für Masern ist (und nicht etwa der Impfstatus) und dass Kinderkrankheiten häufig mit einem regelrechten Entwicklungsschub einhergehen.


Fazit:
Es gibt – trotz häufiger anderslautender Beteuerungen der Behörden und Hersteller – keine überzeugenden wissenschaftlichen Fakten, die für eine Impfentscheidung zu Gunsten der Masernimpfung sprechen. Wer trotzdem nichtimpfende Eltern pauschal zum Sündenbock stempeln will, darf sich zwar in dem Gefühl sonnen, die derzeitige Mehrheitsmeinung bezüglich der Masernimpfung zu vertreten, muss sich jedoch den Vorwurf gefallen lassen, weitgehend die Augen vor der wissenschaftlichen Wirklichkeit zu verschließen.

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