"Das Geschäft mit den Influenza-Lügen"

"(...) Erstmals seit zwanzig Jahren seien beim heurigen Impfstoff alle drei enthaltenen Virentypen ausgetauscht worden, um für die neue Situation gerüstet zu sein.

In Wahrheit sind die Brisbane-Stämme alte Bekannte und waren bereits im Vorjahr in Europa und den USA die vorherrschenden Virentypen. Und obwohl sie damals nicht im Impfstoff enthalten waren, galt die letzte Saison dennoch als „eher leichte Grippewelle“, wie Theresia Popow-Kraupp vom Institut für Virologie der Medizinischen Universität Wien bestätigt. Doch auch wenn das Virenlotto aufgeht und zwischen WHO-Vorhersage und tatsächlich verkehrenden Viren eine hohe Übereinstimmung besteht, tun sich in der Wirksamkeit des Impfstoffs zwei schwarze Löcher auf. (...)

Bei Babys und Klein­kindern funktioniert die Impfung laut Analyse der angesehenen Cochrane-Gruppe „nicht besser als ein Placebo“. Am anderen Ende der Alterspyramide sieht die Lage ähnlich trist aus. Der britische Epidemiologe Tom Jefferson, Hauptautor einer
Serie von Übersichtsartikeln im Journal „The Lancet“, empfahl deshalb den älteren Menschen, „sich besser regelmäßig die Hände zu waschen und auf einen vernünftigen ­Lebensstil zu achten, als zum Impf-arzt ­zu ­gehen“. (...)

Tatsächlich zeigt eine Analyse der Sterblichkeit in den USA während der vergangenen beiden Jahrzehnte nicht das geringste Indiz dafür, dass die Influenzaimpfung einen Einfluss auf das Sterberisiko hat. Obwohl sich die älteren Menschen heute viel öfter impfen lassen und die Impfrate von 15 Prozent im Jahr 1980 auf 65 Prozent im Jahr 2001 gestiegen ist, ergab sich kein Rückgang bei den Grippesterbefällen. Im Gegenteil, die Zahl nahm sogar leicht zu. (...)" - Bert Ehgartner auf Profil.at am 1. Nov. 2008

 

 

 

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