STIKO: Alter Wein in neue Schläuche?

STIKO: Alter Wein in neue Schläuche?

Siehe auch Süddeutsche Zeitung vom 25. Jan. 2008 
Kommentare: Hans U. P. Tolzin

SZ:: Ihr Vorgänger ist jetzt bei Novartis. Finden Sie, dass das ein gutes Licht auf die Unabhängigkeit der Stiko wirft?

Hofmann:: Die Kritik trifft da wirklich den falschen. Heinz-Josef Schmitt war ein sehr gewissenhafter Vorsitzender.

Kommentar: Über die zahlreichen Verpflechtungen Schmitts mit den Herstellern wurde an dieser Stelle schon mehrmals berichtet. Wenn diese Art von "Gewissenhaftigkeit" der Maßstab für den neuen STIKO-Chef ist, dann wird sich unter Hofmann nicht viel ändern. 

SZ:: Das Angebot von Novartis kam aber sicher nicht aus heiterem Himmel.

Hofmann:: Natürlich haben alle Stiko-Mitglieder Kontakte zu Pharmafirmen. Wir haben ja den gesetzlichen Auftrag, den Markt zu beobachten. Schließlich müssen wir wissen, welche neuen Impfstoffe in der Entwicklung sind. Sonst können wir sie nicht rechtzeitig bewerten.

Kommentar: Nun, Schmitt war an der Kinderuniklinik in Mainz in zahlreiche Zulassungsstudien eingebunden. An verantwortlicher Stelle. Wie viel Geld dabei in seine Einrichtung geflossen ist, wie viele Mitarbeiter direkt oder indirekt von Pharmazuwendungen abhängig waren, ist sein Geheimnis: Obwohl sonst nicht publikumsscheu, war er für kritische Journalisten grundsätzlich nicht zu sprechen. Verhält sich so ein Mensch mit "gutem Gewissen"?

SZ:: Aber muss da Geld fließen? Schmitt hat kurz vor seinem Weggang einen Preis über 10.000 Euro angenommen, den die Firma Sanofi Pasteur finanziert hat. Deren teuren Impfstoff hatte die Stiko kurz zuvor empfohlen.

Kommentar: Dieser Preis ist nur der Tropfen auf einem heißen Stein. Dass Schmitt ihn angenommen hat, zeigt, wie sicher er sich bei der derzeitigen unkritischen Einstellung von Politik und Medien gegenüber der STIKO gefühlt hat – zumindest bis kurz vor seiner Abdankung.

Hofmann:: Es ist mehr und mehr Usus geworden, dass Preise von Sponsoren finanziert werden. Daran ist grundsätzlich nichts Anrüchiges. So hat die Bayerische Staatsregierung vor Jahren den Franz-Koelsch-Preis für Arbeitsmedizin ausgelobt. Nun hört man, dass sie private Sponsoren dafür sucht.

Kommentar: Was für ein Argument. Die Verflechtungen der Bayerischen Staatsregierung mit der Industrie sind ein eigenes Thema.

SZ:: Aber bleibt denn völlig unbeeinflusst, wer Geld von der Industrie erhält?

Hofmann:: Ich werde dadurch nicht in meinem Urteil beeinflusst. Auch nicht, wenn ich auf einem Firmen-Symposium einen Vortrag halte. Natürlich darf das Honorar nicht überhöht sein, dann ist so etwas meiner Ansicht nach in Ordnung.

Kommentar: Meine Hochachtung – der Mann ist ein Heiliger. Respekt. ICH würde mir das nicht zutrauen! Sie etwa?

SZ:: Braucht nicht gerade die Stiko besonders harte Regeln, um sich vom Verdacht der Korruptheit reinzuwaschen?

Hofmann:: Korruptheit? Ich kenne ja nicht die Kontoauszüge jedes Kollegen, aber wer Geld will, geht nicht in die Stiko. Wir arbeiten ehrenamtlich, es gibt nicht einmal eine Aufwandsentschädigung. Wenn wir in Berlin tagen, werden Hotelkosten bis 85 Euro übernommen und Fahrtkosten bis maximal 150 Euro.

Kommentar: Zumindest für Schmitt hat sich die STIKO-Zugehörigkeit gelohnt. Schließlich ging es bei den STIKO-Entscheidungen auch um Impfstoffe, an deren Zulassung er selbst beteiligt gewesen ist. Und sein neuer Job bei Novartis ist durchaus als eine durch die Berliner Pharma-Lobby vermittelte Belohnung für gute Dienste anzusehen. Schmitt hat offensichtlich ausgesorgt.

SZ:: Was sollte die Stiko Ihrer Ansicht nach tun, um ihren Ruf zu verbessern?

Hofmann:: Die Stiko muss aus der defensiven Ecke raus. Wir sollten lautstark propagieren, was wir für richtig halten. Impfungen haben sich bei der Ausrottung von Seuchen zweifellos bewährt, sie sind ein großer Gewinn. Ich weiß auch aus persönlicher Erfahrung, wovon ich rede. Ich habe zum Beispiel selbst noch die Kinderlähmung gehabt. Im Übrigen werden wir nicht nur von Impfgegnern angegriffen, sondern auch von Impfbefürwortern. Die sagen, wir begingen Mord, weil es keine Impfpflicht gegen Masern gibt. Und auch einige Ärzte haben wir zum Feind. Wenn Krankheiten wegen der Impfungen seltener werden, verdienen manche Kollegen nun einmal nicht mehr so gut. Das muss man immer mitbedenken, wenn man Kritik von Ärzten an unseren Entscheidungen hört.

Kommentar: Hofmann redet wie ein Politiker, der mit Besetzung der "Mitte" auf Stimmenfang ist, und nicht wie ein Wissenschaftler. Nicht der Ausgleich extremistischer Positionen, sondern die Regeln einer evidenzbasierten Medizin sollten Grundlage für die Entscheidungen der STIKO sein.

SZ:: Zur Rettung des Rufs der Stiko gäbe es einen einfachen Vorschlag: kein Euro von einem Impfstoffhersteller auf das Konto eines Stiko-Mitglieds.

Hofmann:: Die Regeln stellt das Bundesgesundheitsministerium auf, das auch die Mitglieder der Stiko beruft. Es will künftig manche Dinge ändern. Zum Beispiel gehen die Protokolle unserer Sitzungen jetzt an die Öffentlichkeit. Ich finde das eher nicht gut. Man irrt sich ja auch mal in einer Debatte. Nun muss man jeden Halbsatz auf die Goldwaage legen.

Kommentar: Die Offenlegung der STIKO-Protokolle hat die Zeitschrift "impf-report" durch Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz erzwungen. Allerdings sind in der bisher vorliegenden Version der Jahre 2004 und 2005 alle Namen und einige entscheidende Passagen geschwärzt. Immerhin zeigen die Protokolle (die demnächst im "impf-report" veröffentlicht werden sollen), wes Geistes Kind die STIKO-Mitglieder sind: Diskussionen um neue Impfempfehlungen drehen sich ausschließlich um die Frage, was FÜR die Impfung spricht. Kritische oder kontroverse Diskussionen gab es in der STIKO nicht. Das wird sich wohl unter Hofmann nicht ändern. Auch nicht das Streben um Auskungeln neuer Impfempfehlungen hinter verschlossenen Türen.

Allerdings muss man sich tatsächlich fragen, nach welchen Kriterien das Bundesgesundheitsministerium die STIKO-Mitglieder auswählt. Ich würde vorschlagen, dass künftig ausschließlich Wissenschaftler in die STIKO berufen werden, die nachweislich nicht den geringsten Berührungspunkt mit dem Impfthema haben, jedoch mit den Grundsätzen einer evidenzbasierten Medizin vertraut sind.

SZ:: Was sollte das Ministerium dann für den Ruf der Stiko tun?

Hofmann:: Unsere große Schwäche ist, dass wir aus Geldmangel keine eigenen Studien durchführen können. Wir müssen unsere Empfehlungen auf der Grundlage der existierenden Daten aussprechen. Zu dem Impfstoff gegen Gürtelrose etwa, über den wir in absehbarer Zeit zu entscheiden haben, gibt es nur eine einzige deutsche Studie, die vor 13 Jahren in Ansbach durchgeführt wurde. Solange wir kein Geld für eigene Studien haben, müssen wir eben mit den Pharmafirmen zusammenarbeiten.

Kommentar: Und so schließt sich der Kreis...

 

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