"Molekül macht Muttermilch immun"

Studie entschlüsselt die Weitergabe von Immunität an Säuglinge

Brigham (pte/27.10.2008/12:10) - Dass Stillen gut für die Gesundheit   eines Neugeborenen ist, ist allgemein bekannt. Muttermilch bietet dem   Kind unter anderem wirksamen Schutz gegen Darminfektionen. Wie dieser   Schutz funktioniert, wurde jetzt von Forschern der Brigham Young University http://www.byu.edu entschlüsselt. Sie identifizierten ein Molekül im Darm der Mutter, das für die Weitergabe von Abwehrzellen verantwortlich ist. Das Molekül schickt die Zellen zu Beginn der Stillzeit auf Wanderung in Richtung der Milchdrüsen, von wo aus sie durch das Trinken in den Kindsdarm gelangen. Das berichtet die Novemberausgabe des Journal of Immunology.

Mäuse mit einem gezüchteten Mangel an den als "CCR10" bezeichneten   Molekülen brachten die Forscher auf dieses Ergebnis. Die kleinen   Säugetiere zeigten in ihren Milchdrüsen einen 70-fach niedrigeren Anteil   an Antikörperzellen als normal gestillte Mäuse, wodurch sich die Rolle   des Moleküls bestätigte. Auch beim Menschen zirkulieren im Darm Zellen, die Antikörper produzieren und vor Infektionen wie Cholera oder Rotavirus schützen. Sobald die Milchproduktion beginnt, signalisiert das identifizierte Molekül einem Teil der Antikörperzellen der Mutter, in die Milchdrüsen der Brust zu wandern. Durch das Stillen werden sie dem Baby weitergegeben, nisten sich in dessen Darm ein und schützen es für die Zeit, in der es selbst Immunstoffe aufbaut.

Somit ist eine Erklärung dafür gefunden, warum Säuglinge in bisherigen Studien mit Fläschchennahrung doppelt so oft an Durchfall erkrankten wie brustgestillte. Dieses Wissen könnte einem verbesserten Säuglingsschutz Nutzen bringen. "Ein Impfstoff mit hoher Konzentration des Moleküls könnte helfen, dass die Antikörper wirkungsvoller von der Mutter an das Kind weitergegeben werden", so Studienautor Eric Wilson. Für eine tatsächliche Steuerung der Abwehrzellen braucht es jedoch noch weitere Forschung, denn für die Wanderung der Zellen ist ein anderes Molekül verantwortlich, fand die Studie heraus. - Pressetext.at vom 27. Okt. 2008   

 

 

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