Muttermilch – Wundercocktail für einen gesunden Start ins Leben

Muttermilch – Wundercocktail für einen gesunden Start ins Leben

fzm - Trotz aller Fortschritte bei der Herstellung von Säuglingsnahrung: Muttermilch bleibt die optimale Nahrungsquelle für Babys im ersten Lebensjahr. Die Zusammensetzung der Muttermilch werde auch heute noch von keiner künstlichen Flaschennahrung erreicht, betont Regina Masaracchia in der aktuellen Ausgabe der "Ernährung & Medizin" (Hippokrates Verlag, Stuttgart. 2007). "Nicht gestillte Kinder haben auch in westeuropäischen Industrieländern gesundheitliche Nachteile gegenüber gestillten Kindern", gibt Masaracchia werdenden Müttern mit auf den Weg.

Die Krankenschwester und Stillberaterin fordert daher gerade von Ernährungsfachkräften, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sein und das Stillen fördern sollten. "Stillen ist nicht nur eine Frage des Lebensstils, sondern eine tief greifende gesundheitliche und medizinische Entscheidung für Mutter und Kind", erläutert die Autorin.

Muttermilch sei nicht nur die perfekte Nahrung für den Säugling, weil sie alle notwendigen Nährstoffe für sein optimales Wachstum und seine Entwicklung beinhalte. Sie befriedige darüber hinaus auch die Bedürfnisse des Kindes nach Nähe und Geborgenheit. Diese seien ihrerseits für eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung von größter Wichtigkeit. Daher empfehlen sowohl WHO als auch Unicef und die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde, Babys bis zum sechsten Lebensmonat voll zu stillen.

Kinder, die während der ersten sechs Monate nicht voll gestillt würden, hätten laut Masaracchia ein höheres Risiko für unterschiedliche Krankheiten: Bei Typ-1-Diabetes erhöhe sich beispielsweise die Gefahr um 40 Prozent, bei Mittelohrentzündung um 60 und bei Krankenhausaufenthalten in Folge von Atemwegserkrankungen wie Asthma und Lungenentzündung um 250 Prozent.

Ein weiterer Vorteil des Stillens gegenüber der Flaschenernährung sei die Nahrungsaufnahme nach den Sättigungsbedürfnissen des Kindes. Es behalte somit sein natürliches Hungergefühl. "Verglichen mit flaschenernährten Kindern, gestalten gestillte Kinder die Nahrungsaufnahme aktiv mit. Sie ernähren sich dadurch später meistens gesünder und leiden seltener an Übergewicht", betont Masaracchia. Außerdem würden Stillbabys schon früh mit der Familienkost vertraut gemacht und auf die spätere Beikost vorbereitet, da die Muttermilch je nach Ernährung der Mutter immer wieder verschiedene Geschmacksstoffe beinhalte.

Die Unsicherheit vieler Mütter, dass reines Stillen zu einer Mangel- oder einseitigen Ernährung ihres Kindes führe, sei unberechtigt, so die Stillberaterin. "Muttermilch ist eine absolut vollständige Nahrung und das Beste für das Kind", betont Masaracchia. Sie bleibe auch nach dem sechsten Lebensmonat die "wichtigste Quelle für Energie, Proteine, Vitamine, Mineralien und essenzielle Fettsäuren".

R. Masaracchia:
Gesunde Babyernährung - Stillen und Beikost
Ernährung und Medizin 2007; 22 (4): S. 179-182

Quelle: Newsletter des Thiemeverlags vom 11. Jan. 2008 

22.07.2016
mehr
07.07.2016
mehr
04.12.2015
mehr