Krebsimpfung: Werders Stürmerin leidet an Miller-Fischer-Syndrom

Krebsimpfung: Werders Stürmerin leidet an Miller-Fischer-Syndrom

Nach mehr als zweimonatiger Pause feierte Katharina Hamann Mitte November gegen den SC Vahr-Blockdiek ihr Comeback bei Werders Frauen. Vermutlich eine Impfung gegen Gebärmutter-Krebs hatte bei der 18-jährigen Schülerin das Miller-Fischer-Syndrom hervorgerufen, eine gefährliche Nervenkrankheit. Ganz geheilt ist Werders Angreiferin zwar noch nicht, doch den Spaß am Fußballspielen will sie dennoch nicht nehmen lassen.

(...)

Was genau ist das Miller-Fischer-Syndrom?

Es ist eine Infektionskrankheit, die sich bei mir durch eine Lähmung der Augenmuskeln bemerkbar gemacht hat. Mein Körper hat nach der Impfung Anti-Körper gebildet, die sich auf die Nerven im Gehirn gesetzt haben. Daher waren die Augenmuskeln gelähmt. Ich konnte am Anfang weder nach oben und unten, noch nach rechts und links schauen und habe Doppelbilder gesehen. Nach rechts und links geht es jetzt schon wieder einigermaßen, aber die Doppelbilder sehe ich immer noch. Auch die Extremitäten waren kurzzeitig betroffen, und im schlimmsten Fall hätte die Infektion auch noch die Herzmuskulatur angreifen können. Aber bei mir ist es, Gott sei dank, "nur" bei den Augenmuskeln geblieben.

Trotz der Doppelbilder kannst du Fußball spielen?

Ich habe von den Ärzten keine Auflagen bekommen. Bis auf die Doppelbilder fühle ich mich auch fit. Mein Vater kam auf die Idee, auf einem Auge eine Augenklappe zu tragen. Dadurch verschwindet der Doppeleffekt fast. Das habe ich im Training ausprobiert und es geht, auch wenn es ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Aber die Hauptsache ist, dass ich wieder spielen kann.

Wann wirst du wieder ganz gesund sein?

Das ist schwer zu prognostizieren. Die Ärzte haben gesagt, dass es noch bis zu sechs Monaten dauern kann, bis alles wieder in Ordnung ist. Es gibt keine Statistiken über Erfolg versprechende Medikamente, ich habe lediglich eine Infusionskur über drei Tage bekommen und muss abwarten, bis sich die Antikörper vollständig abgebaut haben. Ich habe weiterhin Kontrolltermine im Krankenhaus und im Januar noch einen Termin in der Augenklinik, wo ich dann auch noch eine Sehschule mache.

Was ging dir durch den Kopf, als du von der Krankheit erfahren hast?

Mein erster Gedanke war der Fußball. Eine neue Mannschaft, ein neuer Verein und ich war richtig gut drauf. Als ich dann im Krankenhaus lag und wusste, dass gerade Training ist, war das schon traurig. (...)

Quelle: Werder Magazin Nr. 216 vom 1. Dez. 2007, Seite 63

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