Große Impfkampagne in NRW - aber: Wovor fürchten wir uns eigentlich?

"Der Mann auf dem Plakat schaut dem Betrachter direkt in die Augen. Mit seinen markanten Gesichtszügen und dem Dreitagebart könnte er für irgendein Parfüm werben, doch sein flackernder Blick zeigt, dass er ein dringlicheres Anliegen hat. 'Peter, 29, unfruchtbar durch Mumps', steht in großen Buchstaben unter seinem Porträt. Das Plakat ist Teil einer gewagten Kampagne, die in diesen Tagen in Nordrhein-Westfalen anläuft. Mit Fotos und Sprüchen wie 'Daniel, 12, geistig behindert durch Masern' und 'Lisa, 9, blind durch Röteln', sollen Menschen dazu bewegt werden, sich impfen zu lassen. 'Die Werbung soll wachrütteln', erklärt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in NRW." - Süddeutsche Zeitung online am 4. September 2008


Kommentar: Wovor fürchten wir uns eigentlich?

Hätte sich die Redakteurin von der SZ mal die Mühe gemacht, bei der zuständigen deutschen Seuchenbehörde, dem Robert-Koch-Institut (RKI) nachzufragen, dann wäre ihr bekannt, dass dort kein einziger (!) Fall von Unfruchtbarkeit nach Mumps dokumentiert ist. Woher also die Furcht vor Mumps?

Hätte die Redakteurin zu den sogenannten Masernepidemien in Coburg 2001/2002 und NRW 2006/2007 etwas mehr als nur auf der Oberfläche recherchiert, dann wäre ihr möglicherweise aufgefallen, dass die Hospitalisierungen bei Masern fast ausschließlich aus schulmedizinischen Praxen stammen, während die Hospitalisierungsrate bei den Naturheilärzten eher gegen Null tendiert. Das deutet darauf hin, dass die schweren Masernkomplikationen und Todesfälle eher eine Folge einer gefährlichen symptomunterdrückenden Medikation z.B. mit Paracetamol und Ibuprofen sind. Ein Blick in die Beipackzettel lohnt sich. Außerdem sind bei Masern die Todesfälle bereits lange vor Einführung der Massenimpfungen auf einen Bruchteil gesunken. Warum fragen sich die Behörden eigentlich nicht, woran das liegt?

Auch bei den Röteln und der angeblichen Gefahr von Blindheit ist es wahrscheinlich so, dass irgendwann mal in einer Publikation ein Einzelfall beschrieben wurde und seitdem durch die medizinische Literatur geistert. Wie bei den Masern kann man auch hier Arzneimittelnebenwirkungen als mögliche Ursache gar nicht erkennen, wenn man nicht danach sucht.

Und man sucht definitiv nicht.

Wovor fürchten wir uns dann eigentlich?

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